Das Welterbe - ein Auftrag an die Menschheit
Die Rettung der Tempel von Abu-Simbel war die Geburtsstunde der UNESCO-Konvention von 1972 zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. Im Zentrum steht die revolutionäre Idee, dass der Schutz und die Erhaltung ausserordentlicher Kulturleistungen und einzigartiger Naturphänomene, die einen "aussergewöhnlichen universellen Wert" besitzen, in die Obhut der gesamten Menschheit gestellt werden. Die Welterbekonvention ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte.
Die Welterbeliste verzeichnet insgesamt 890 Stätten. Davon zählen 689 zum Kultur- und 176 zum Naturerbe, 25 Stätten gehören beiden Kategorien an.
Der Wandermönch Gallus hat um das Jahr 612 im Hochtal der Steinach in der Ostschweiz eine Eremitenzelle eingerichtet. Ein Jahrhundert später gründete hier Abt Otmar ein Kloster. Dieses entwickelte sich zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum des Abendlandes und erlebte Blütezeiten im frühen Mittelalter, in der Renaissance und in der Barockzeit. Von der barocken Spätblüte zeugt das einmalige architektonische Ensemble des Stiftsbezirks mit Klosterkirche, Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv. Diese beiden letztgenannten Institutionen bewahren einzigartige frühmittelalterliche Bestände an Handschriften und Urkunden als Zeugnisse der europäischen Kultur auf.

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